Gibt es eigentlich so etwas wie "Sachmittel"?
Hmm ...
Können Gegenstände Geld annehmen?
Hmm ...
2010-09-26
Gedanken zum Sonntag: Vertrauen, Geld, Abhängigkeit und Wechselbeziehungen ... auch "tief im Osten"?
Quizfrage: Warum werden immer wieder (Teile von) Ostdeutschland als arm dargestellt oder wahrgenommen?
... gelegentlich wird dies auch sehr reizvoll romantisch-melancholisch besungen.
Was steckt hinter dieser wahrgenommenen oder dargestellten Armut?
... mehr als Romantik und Melancholie - soviel scheint klar. Von daher ein paar wild zusammengebrauste Gedanken dazu:
Man könnte meinen, diese Darstellungen und Wahrnehmungen basieren auf einem Denken in Kategorien von Kontosalden, Einkommenshöhen und Konsumkraftklassen. Sind diese Kategorien gerechtfertigt? Haben diese Kategorien einen negativen Beigeschmack? Warum? Erfassen sie vielleicht nicht das wesentliche - erfassen sie überhaupt das menschliche? Die Bankenkrise hat uns gelehrt: Konsum und Geschäft sind Vertrauenssache. Vertrauen ist menschlich, ebenso wie das Mistrauen. Die oben genannten Kategorien kann man gewissermaßen als Vertrauensmaße sehen. Oder aber als Maß der Abhängigkeit. Ist also in dieser Verflechtung von Vertrauen und Abhängigkeit vielleicht ein Teil der Ablehnung begründet?
Vieles liegt in der Einstellung zum Geld, zu Menschen mit Geld, zu Menschen ohne Geld, also letztlich auch in der Einstellung zu den Menschen. Eine interessante Perspektive bietet sich, wen man betrachtet, wem man Geld gibt, statt nur wofür man es gibt. Geldfluss transportiert dabei nicht nur Vertrauen, sondern kann auch Abhängigkeit bedeuten. Hoher Umsatz bedeutet dann (scheinbar) hohe Abhängigkeit. Jedoch: Jeder der nicht (nur) aus Steuergeldern bezahlt wird, spürt ganz klar:
Diese Abhängigkeit ist stets zu gewissem und oft in hohem Maße bidirektional, also beiderseitig spürbar. Dennoch: Abhängigkeit - auch und insbesondere wechselseitige Abhängigkeit - ist etwas, wovor man leicht Angst bekommen kann, ja etwas, dass man gern geneigt ist abzulehnen, insbesondere dann, wenn das Vertrauen fehlt. Das Selbstvertrauen und das Vertrauen in die Mitmenschen. Diese beiden sind nicht wirklich trennbar - leicht fallen einem Charaktäre ein, die entweder nur das eine oder nur das andere im Übermaß aufzeigen, während es an dem anderen mangelt.

Gleichgewicht, Vertrauen und ein erkennbar begrenztes Maß an gegenseitiger Abhängigkeit, sind die Grundquellen, die es zu erschließen gilt. Es sind Quellen, die einen Kreislauf speisen. Einen Kreislauf wiederum aus Vertrauen, Verflechtung, und - ja - Geld. Dieser Kreislauf, sofern er gut funktioniert, Veränderungen zulässt, offen und durchlässig ist, und einem nicht permanent entgegenströmt, kann die Quelle von beachtlichem Wohlstand sein. Ohne Vertrauen und Wechselzeziehungen geht es nicht.
Man kann sich nicht auf das verlassen, was einem ohne Vertrauen und ohne Verpflichtung überlassen wurde, denn schon sitzt man einem Irrtum auf: Nichts wird einem ohne Vertrauen und Verpflichtung überlassen. Vertrauen bringt eine Verpflichtung mit sich.
Die Frage bleibt nun, ob es auch ohne Geldfluss geht? Oder anders: Unter welchen Bedingungen ginge es ohne Geldfluss besser? Wenn Geldfluss nicht mehr mit Vertrauen verknüpft ist und von ungleichgewichtigen Beziehungen geprägt zu einseitiger Abhängigkeit führt, verliert der Geldfluss seine verbindende Kraft. Dann sucht man sich Vertrauen in anderen, (meist nur scheinbar) geldfreien Zusammenhängen. Ob diese dann "ärmer" sind ist eine andere Frage. Ärmer an Geld sicherlich. Doch sind sie auch ärmer an Vertrauen und gegenseitigen Wechselbeziehungen? Noch anders gefragt: Sind sie auch ärmer an Abhängigkeit, Angst und Mistrauen?
Nun ein paar Fragen zum Ausklang:
Welcher Traum (oder Albtraum?) steckt hinter Erfindungen wie Umsonstläden?
Welche Vision enthält dieser Traum, was blendet, was wird ausgeblendet?
Wie war das noch gleich mit "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser??"
Und was würde wohl Stephen R. Covey
zu alldem sagen?
... gelegentlich wird dies auch sehr reizvoll romantisch-melancholisch besungen.
Was steckt hinter dieser wahrgenommenen oder dargestellten Armut?
... mehr als Romantik und Melancholie - soviel scheint klar. Von daher ein paar wild zusammengebrauste Gedanken dazu:
Man könnte meinen, diese Darstellungen und Wahrnehmungen basieren auf einem Denken in Kategorien von Kontosalden, Einkommenshöhen und Konsumkraftklassen. Sind diese Kategorien gerechtfertigt? Haben diese Kategorien einen negativen Beigeschmack? Warum? Erfassen sie vielleicht nicht das wesentliche - erfassen sie überhaupt das menschliche? Die Bankenkrise hat uns gelehrt: Konsum und Geschäft sind Vertrauenssache. Vertrauen ist menschlich, ebenso wie das Mistrauen. Die oben genannten Kategorien kann man gewissermaßen als Vertrauensmaße sehen. Oder aber als Maß der Abhängigkeit. Ist also in dieser Verflechtung von Vertrauen und Abhängigkeit vielleicht ein Teil der Ablehnung begründet?
Vieles liegt in der Einstellung zum Geld, zu Menschen mit Geld, zu Menschen ohne Geld, also letztlich auch in der Einstellung zu den Menschen. Eine interessante Perspektive bietet sich, wen man betrachtet, wem man Geld gibt, statt nur wofür man es gibt. Geldfluss transportiert dabei nicht nur Vertrauen, sondern kann auch Abhängigkeit bedeuten. Hoher Umsatz bedeutet dann (scheinbar) hohe Abhängigkeit. Jedoch: Jeder der nicht (nur) aus Steuergeldern bezahlt wird, spürt ganz klar:
Diese Abhängigkeit ist stets zu gewissem und oft in hohem Maße bidirektional, also beiderseitig spürbar. Dennoch: Abhängigkeit - auch und insbesondere wechselseitige Abhängigkeit - ist etwas, wovor man leicht Angst bekommen kann, ja etwas, dass man gern geneigt ist abzulehnen, insbesondere dann, wenn das Vertrauen fehlt. Das Selbstvertrauen und das Vertrauen in die Mitmenschen. Diese beiden sind nicht wirklich trennbar - leicht fallen einem Charaktäre ein, die entweder nur das eine oder nur das andere im Übermaß aufzeigen, während es an dem anderen mangelt.

Man kann sich nicht auf das verlassen, was einem ohne Vertrauen und ohne Verpflichtung überlassen wurde, denn schon sitzt man einem Irrtum auf: Nichts wird einem ohne Vertrauen und Verpflichtung überlassen. Vertrauen bringt eine Verpflichtung mit sich.
Die Frage bleibt nun, ob es auch ohne Geldfluss geht? Oder anders: Unter welchen Bedingungen ginge es ohne Geldfluss besser? Wenn Geldfluss nicht mehr mit Vertrauen verknüpft ist und von ungleichgewichtigen Beziehungen geprägt zu einseitiger Abhängigkeit führt, verliert der Geldfluss seine verbindende Kraft. Dann sucht man sich Vertrauen in anderen, (meist nur scheinbar) geldfreien Zusammenhängen. Ob diese dann "ärmer" sind ist eine andere Frage. Ärmer an Geld sicherlich. Doch sind sie auch ärmer an Vertrauen und gegenseitigen Wechselbeziehungen? Noch anders gefragt: Sind sie auch ärmer an Abhängigkeit, Angst und Mistrauen?
Nun ein paar Fragen zum Ausklang:
Welcher Traum (oder Albtraum?) steckt hinter Erfindungen wie Umsonstläden?
Welche Vision enthält dieser Traum, was blendet, was wird ausgeblendet?
Wie war das noch gleich mit "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser??"
Und was würde wohl Stephen R. Covey
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2010-09-24
Gut geblasener Groove (4): Jazz-Rock Big-Band in Gießen - Knackig krachendes Großaufgebot feiert Premiere
Wenn eine überregional berüchtigte 4-Mann Jazz-Rock Crew plötzlich zu einer BigBand expandiert, kann dies potenziell in eine ganze Reihe von Richtungen losgehen – ein buntes Spektrum von Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen tut sich auf.
Wenn es dann der Live-Premiere dieses ungeheuren Vorhabens gelingt, mit derartiger Musik ein beachtliches Publikum sogar im (damit zugegebenermaßen verblüffend wandlungsfähigen) "Ambiente" eines ungewohnt voll besetzten Kaufhaus-Cafes zwischen Haushaltsabteilung und Selbstbedienungsrestaurant in Begeisterung und Frohlocken zu versetzen, dann haben die Jungs wohl einfach alles richtig gemacht.
Großes Kompliment an
Andreas Jamin und Christian Keul (arr.) mit „Captain Overdrive goes BigBand“
Neben den spürbar 100%ig motivierten und handwerklich fabulösen 15 hessischen Instrumentalkönnern - angereist u.a. aus Frankfurt, Marburg, Limburg - auf der Premierenbühne mitten in einer eher beschaulichen Stadt ohne Musikhochschule oder dergleichen, und dem damit sicher unvermeidlich verbundenen übermäßigen Organisations-Kraftakt im Vorfeld, möchte ich an dieser Stelle vor allem die Arrangements loben. Es bedarf eines guten Gespürs für Dynamik & Dramaturgie, um Jazz-Rock auf die große Besetzung zu skalieren, und neben all der immanenten Kraft der Stücke, des Kern-Quartetts und vor allem des Frontmanns und Power-Posaunisten Andreas Jamin noch genügend Platz für Atempausen (hier vor allem für das Publikum), gefühlvoll ruhige Minuten, entspannten Groove, genüsslich arrangierte Solistenkunst und sogar ein paar knisternde Momente für stilles Staunen zu erhalten. Doch natürlich wird man als CO-Jünger nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil - man spürt wie erhofft die günstige Gelegenheit zur After-Work-Beinarbeit. Die dem entgegenstehende (für CO ungewöhnliche) Zähmung des Publikums auf Sitzplätze an durchnummerierten Tischen kam dabei den Bewegungsimpulsen ohne Frage erheblich in die Quere, aber hoffentlich der Qualität des aufwändigen Konzertmitschnittes zu gute.
Bleibt nur zu hoffen und die Daumen zu drücken, dass die Aufnahmen dieses Premierenabends gut gelungen sind. Zum Warmhalten bis zu deren möglichem Release empfiehlt sich wohl das preisgekrönte Ausgangsmaterial, erhältlich auf 2 CDs, eine davon auch bei amazon.de
.
Mein Favorit des Abends - wenn ich mich recht entsinn' ;) - „The mechanic“.
Wenn es dann der Live-Premiere dieses ungeheuren Vorhabens gelingt, mit derartiger Musik ein beachtliches Publikum sogar im (damit zugegebenermaßen verblüffend wandlungsfähigen) "Ambiente" eines ungewohnt voll besetzten Kaufhaus-Cafes zwischen Haushaltsabteilung und Selbstbedienungsrestaurant in Begeisterung und Frohlocken zu versetzen, dann haben die Jungs wohl einfach alles richtig gemacht.
Großes Kompliment an
Andreas Jamin und Christian Keul (arr.) mit „Captain Overdrive goes BigBand“
Neben den spürbar 100%ig motivierten und handwerklich fabulösen 15 hessischen Instrumentalkönnern - angereist u.a. aus Frankfurt, Marburg, Limburg - auf der Premierenbühne mitten in einer eher beschaulichen Stadt ohne Musikhochschule oder dergleichen, und dem damit sicher unvermeidlich verbundenen übermäßigen Organisations-Kraftakt im Vorfeld, möchte ich an dieser Stelle vor allem die Arrangements loben. Es bedarf eines guten Gespürs für Dynamik & Dramaturgie, um Jazz-Rock auf die große Besetzung zu skalieren, und neben all der immanenten Kraft der Stücke, des Kern-Quartetts und vor allem des Frontmanns und Power-Posaunisten Andreas Jamin noch genügend Platz für Atempausen (hier vor allem für das Publikum), gefühlvoll ruhige Minuten, entspannten Groove, genüsslich arrangierte Solistenkunst und sogar ein paar knisternde Momente für stilles Staunen zu erhalten. Doch natürlich wird man als CO-Jünger nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil - man spürt wie erhofft die günstige Gelegenheit zur After-Work-Beinarbeit. Die dem entgegenstehende (für CO ungewöhnliche) Zähmung des Publikums auf Sitzplätze an durchnummerierten Tischen kam dabei den Bewegungsimpulsen ohne Frage erheblich in die Quere, aber hoffentlich der Qualität des aufwändigen Konzertmitschnittes zu gute. Bleibt nur zu hoffen und die Daumen zu drücken, dass die Aufnahmen dieses Premierenabends gut gelungen sind. Zum Warmhalten bis zu deren möglichem Release empfiehlt sich wohl das preisgekrönte Ausgangsmaterial, erhältlich auf 2 CDs, eine davon auch bei amazon.de
Mein Favorit des Abends - wenn ich mich recht entsinn' ;) - „The mechanic“.
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Lang,
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